Krimi 3 – Der neue Nachbar

 

Der neue Nachbar

Als Victoria erschöpft von der Highschool nach Hause kam, warteten Nick und ich schon auf sie. Wir wohnten in einer kleinen Siedlung in Pennsylvania. Ich sagte zu Victoria: „ Ein neuer Nachbar ist in das Haus nebenan eingezogen.“ Victoria fragte zu uns noch: „Habt ihr schon den neuen Nachbarn gesehen?“ Nick und ich schüttelten den Kopf. In diesem Moment kam ein Mann, dem wir noch nie begegnet waren. Nick flüsterte mir zu: „Ich glaube, das ist der neue Nachbar.“ Der fremde Mann kam immer näher und Victoria begrüßte ihn. Aber er antwortete nicht, sondern ging einfach ins Haus hinein. Ich konnte nicht mal feststellen, ob er wirklich ihre Stimme gehört hatte, da er weder gestoppt noch zu uns aufgeblickt hatte. Trotzdem meinten Victoria und Nick, dass er schon äußerlich eine nette Erscheinung sei. Er trug eine schwarze Kappe in die Stirn gezogen, so dass niemand seinen Blick erkennen konnte. Seine Hände waren rau und sein Gesicht war sehr bleich. Ein paar Tage später wussten wir immer noch nichts Näheres von ihm, und wir dachten uns auch nichts weiter dabei, weil wir ihn kaum sahen. Eines Tages kam ich vom Feiern spät nach Hause und sah den Nachbarn mit einer jungen Frau. Er trug diesmal wieder seine schwarze Kappe. Ich fand ihn seltsam, da er nie seinen Gesichtsausdruck zeigte und sehr verschlossen wirkte. Ich saß am Schreibtisch und machte meine Hausaufgaben. Zufällig beobachtete ich das Nachbarhaus aus dem Fenster, es war alles dunkel. Ich wartete fast die ganze Nacht darauf, dass die Frau das Haus wieder verlässt.

(H.)

Aber als die Frau aus dem Haus kam, erschien sie mir größer als vorher. Ihr Gang und ihr Verhalten waren ganz anders als vor ein paar Stunden. Ich schaute auf die Uhr und merkte das die Zeit schneller vergangen war als ich dachte. Es war nämlich schon 02:00 Uhr morgens. Ein Motor ging an und ich rannte schnell zu meinem Fenster, es war das Auto der seltsamen Frau die gerade die Einfahrt verlassen wollte. Ich beschloss zu Nick zu gehen um ihm von diesem komischen Verhalten zu erzählen. Also zog ich mir meine Jacke über und schlüpfte schnell in die Turnschuhe rein. Als ich bei Nick angekommen war und klingelte öffnete mir keiner die Tür. Das Auto war mittlerweile schon weg. Ich klopfte und klingelte ungeduldig weiter, doch es kam keine Reaktion. Als ich gehen wollte öffnete er dann doch verschlafen die Tür. “ WAS WILLST DU HIER, HAST DU MAL AUF DIE UHR GEGUCKT DU IDIOT ?“ brüllte er mich an. Ich bekam ein Schreck, aber fing dann trotzdem an ihm von meinen Beobachtungen zu erzählen. „Für das hast du mich jetzt aufgeweckt? Hättest du mir das nicht morgen sagen können?“ meckerte er mich an. Ich beschloss ihn nicht weiter aufzuregen und ging wortlos nach Hause. Zuhause legte ich mich ins Bett und versuchte zu schlafen. Am nächsten Morgen in der Schule traf ich Victoria und Nick bei den Schließfächern. „Was zum Teufel sollte diese Aktion gestern abend“ begrüßte mich Nick. Er hatte Viktoria von dem gestrigen Abend erzählt, denn sie schaute mich an und sagte: „Also ich finde den neuen Nachbar auch komisch, mich hat er gestern auf der Straße einfach ignoriert, obwohl ich ihn nur begrüßen wollte.“ Entgegnete sie. „Vielleicht sollten wir ihn mal beobachten.“ Schlug ich vor. Doch Nick sah trotzdem nicht überzeugt aus und meinte nur er würde bei der Aktion nicht mitmachen. Mit diesen Worten gingen wir alle zurück in den Unterricht.
Am Abend klingelte es an meiner Tür und Victoria kam mit einem Fernglas  zu mir rein. Wir gingen in mein Zimmer wo man einen guten Ausblick auf das Haus des Nachbarn hatten. Victoria setze sich mit einem Stuhl ans Fenster.Während dessen suchte ich im Internet nach Zeitungsartikeln die von entführten Frauen berichteten. Ich stieß auf mehrere Artikel die von ähnlichen Fällen berichteten wie wir es beobachtet hatten. Ich war so in die Artikel vertieft, dass ich gar nicht bemerkte, dass Victoria mich rief weil der Nachbar wieder mit einer neuen Frau aus dem Auto stieg und sie in sein Haus brachte. „Schnell geb mir mein Fernglas“ und schmiss ein Kissen nach mir. „Ich glaube du hast es unten auf dem Tisch vergessen“ entgegnete ich ihr.  Sie rannte runter um das Fernglas zu holen aber kam nicht mehr hoch. Nach ein paar Minuten beschloss ich auch runter zu gehen um  nach ihr zu sehen. Sie stand regungslos mit dem Fernglas vor dem Fenster und schaute gerade aus. Ich rief sie zweimal, doch sie reagierte nicht. Ich stellte mich neben sie und blickte in die gleiche Richtung in die sie auch schaute. Wir sahen wie die Frau ängstlich durch das Haus rannte und hoffnungslos versuchte sich einen Ausweg aus dem Haus zu suchen. Als ich das sah zückte ich schnell mein Handy und öffnete die Kamera um all‘ das aufzunehmen. Es war alles Still und dunkel draußen, die Straßenlaternen leuchteten nicht und es fuhr kein einziges Auto auf der Straße. Aufeinmal hörten wir ein Schrei, der schnell wieder verstummte. Victoria zuckte zusammen, als aufeinmal Blut ans Fenster spritze. Gardienen wurden zugezogen, wir konnten nichts mehr erkennen.Ich sah Victoria an, doch ich konnte nichtmal ihren Atem hören. „Ich will nicht nach Hause“ sagte sie mit trockener und rauer Stimme. Sie schaute mich an. „Ich gehe jetzt nicht nach Hause“. Sie wiederholte sich. Ich wusste, dass sie angst hatte, dass was wir da gesehen haben war nicht schön, doch ich war für sie da. „Musst du nicht, du kannst bei mir bleiben“ ich ging zur Tür und schloss ab. Wir gingen in mein Zimmer und Victoria legte sich auf mein Bett. Währenddessen ging ich an den Computer um das Video zu speichern. Als das Video gespeichert wurde, schickte ich es noch an Nick. Doch mir war bewusst, dass er sowieso schlafen würde. Ich nahm das Kissen vom Boden, was sie nach mir geworfen hatte und legte mich auf die Couch. „Du kannst auch neben mir schlafen“ sagte sie und machte Platz. Also ging ich zu ihr, sie war kalt, also nahm ich die Decke und deckte uns zu. Ich wusste das keiner von uns beiden heute ein Auge zukriegen würde, trotzdem redeten wir nicht miteinander, sie drehte mir den Rücken zu. Am nächsten Morgen wachte ich auf und Victoria lag nicht mehr neben mir. Ich stand mühsam auf, hatte Kopfschmerzen und mein Magen war leer. Eine Stunde später kam ich in der Schule an und ging direkt den Gang entlang Richtung Schließfach. Aufeinmal spürte ich einen festen Griff an meinem Arm und wurde weggezogen. So schnell konnte ich gar nicht reagieren, da war ich schon auf dem Jungenklo. Nick stand mit bleichem Gesicht vor mir und fing so schnell an zu reden, dass ich ihn unterbrechen musste, weil ich kein Wort verstanden hatte. Ich versuchte ihn zu beruihigen. „Versuch es nochmal langsam“ sagte ich ihm. Er holte tief luft, atmete aus und schloss die Augen. „Also..“ begann er. „Ich habe dein Video gesehen. Heute Morgen bin ich an seinem Haus vorbeigelaufen um nach irgendwelchen Hinweisen zu suchen, aber ich habe nichts gefunden. Sogar das Fenster das gestern voller Blut war ist sauber gewesen, als wäre nie was geschehen. Dennoch ist mir was aufgefallen. Aus seiner Garage kam ein ziemlich übler Gestank, ich konnte den Geruch nirgends zu ordnen. Vielleicht kann man den Geruch mit einem toten Tier vergleichen, ich weiß es nicht. Aufjedenfall war der Geruch alt, schon ziemlich verwest.“ Ich schaute auf die Uhr und merkte, dass der Unterricht schon längst begonnen hatte. Nick und ich rannten aus der Toilette und gingen in den Unterricht. Im Unterricht schaffte ich es nicht mich zu konzentrieren und schaute immer wieder auf die Uhr.  Als der Unterricht zu ende war, traf ich Victoria  und Nick auf dem Schulhof. Wir liefen zusammen nach Hause und verabredeten uns für später um den Nachbar erneut zu beobachten. 23:00 Uhr. Ich war alleine als es dann klingelte. Nick und Victoria kamen gut ausgerüstet rein. Nick hatte ein Messer, Funkgeräte und eine Kamera bei sich um alles in besserer Qualität zu filmen. Victoria kam mit ihrem Fernglas und einem Taschenmesser, was Nick ihr aber schnell wieder wegnahm. „Was willst du damit, Kuscheltiere töten?“ fragte er sie. Er ließ das Taschenmesser in seiner Hosentasche verschwinden. „Fangen wir an“ sagte er und das taten wir dann auch.  Nick postierte sich im Wohnzimmer. Weil Victoria nicht alleine beobachten wollte, ging ich mit ihr hoch, ins Zimmer meiner Eltern. Nach etwa einer halben Stunde ging vom Nachbar die Garage auf und er fuhr mit seinem Auto weg. Dennoch ging die Garage nicht komplett zu. Ich funkte Nick an, er solle mit der Kamera in die Garage rein, da die Luft rein war. Als Antwort bekam ich das zuknallen unserer Tür. Kurz nach eins. Nick war schon gegangen. „Carlos! Carlos! Bist du da?!“ Victoria schmiss mir das Funkgerät zu. „Nick? Ich höre dich.“  Da Nicks Kamera mit meinem Laptop verbunden war, konnte ich alles sehen, was er auch sieht.  „Ich bin jetzt in der Garage und hier riecht  es richtig abartig, ich weiß aber nicht woher es kommt und was es ist, hier ist alles dunkel. “ Victoria nahm mir das Funkgerät aus der Hand und versuchte Nick zu erklären das ihr Taschenmesser eine kleine Taschenlampe an der Seite hatte. „Ich hab sie“ sagte er dann. „Hier ist eine Tür, ich glaube sie führt ins Haus. Ich gucke ob sie offen ist und gehe dann rein.“ In diesem Moment bemerkte Victoria, dass das Auto des Nachbarn die Einfahrt einfuhr. „NICK! NICK! KOMM DA SCHNELL RAUS, DER NACHBAR IST WIEDER DA!! schrie Victoria. Doch das Funkgerät hatte anscheindend kein Empfang mehr. Nick antwortete nicht mehr. „Wo ist mein Laptop? Geb mir schnell den Laptop, er ist doch mit seiner Kamera verbunden. “ Victoria rannte zum Bett und nahm den Laptop in die Hand. Sie sah Nick. „Ich komm hier nicht mehr raus, scheisse ich komm hier nicht mehr raus.“ Plötzlich fiel die Kamera auf den Boden. Wir hörten nur noch wie Nick auf den Boden fiel und verschleppt wurde. Das Signal der Kamera wurde unterbochen und der Bildschirm wurde schwarz. Victoria wurde bleich wie eine Leiche und ich hatte das Gefühl das sie gleich umfallen würde. Ich spulte zu der letzen Aufnahme von Nick zurück und versuchte das Bild heller zu bearbeiten. Victoria saß eng neben mir. Ich spürte wie schnell ihr Herz schlug. „Stopp, was ist das, da im Hintergund?“ Es war ein Haufen toter Frauen in durchsichtiegen Plastiksäcken eingepackt. Victoria fing an zu schreien und

ich zuckte zusammen. Ich drückte ihr meine Hand auf den Mund, denn keiner durfte uns jetzt hören. Die Situation schien aussichtslos und ich hatte keine Ahnung was ich jetzt tun sollte, wie wir vorgehen müssen. Fakt war, das wir Nick nicht im Stich lassen durften. „Wir können Nick jetzt nicht alleine dort lassen.“  Mir lief es eiskalt den Rücken runter. Ich wollte mir gar nicht vorstellen was jetzt mit Nick passieren würde. Was der Nachbar jetzt mit ihm anstellen würde, wenn er schon grausam mehrere Frauen ermordet hatte. Ich stand auf und ging an meinen Schrank um mir meinen Baseballschläger rauszuholen. „Wo willst du hin?“ Fragte mich Victoria mit zitternder Stimme. „Ich hole Nick da raus. Wenn ich in 30 Minuten nicht da bin, rufst du sofort die Polizei.“  Victoria schluckte und sagte nichts. Ihr liefen Tränen runter, ich zwang mich zu einem Lächeln, aber ich schaffte es auch nicht. Ich ging raus. Durch die Garage. Wie Nick roch ich schon von weitem den widerlichen Gestank. Ich fragte mich wie Nick hier alleine reinkonnte, meine Knie wurden jetzt schon weich. „Du schaffst das Carlos“ sagte ich mir und ging rein. In der Garage schien niemand zu sein, es war alles dunkel. Ich sah einen kleinen Lichtspalt, dass musste die Tür sein von der Nick gesprochen hatte. Ich lief und merkte, dass ich gegen irgendwas geknallt war. Mein Herz blieb stehen, doch es war nur ein Plastiksack. Ein Plastiksack, mit einer Leichen. Ich blieb stehen und lauschte. Es war so still, dass ich nur mein eigenen Atem und mein Herzschlag hörte. Ich öffnete die Tür und ein grelles Licht stieß mir entgegen. Ich brauchte ein paar Sekunden bis sich meine Augen an das Licht gewöhnten. Das Haus des Nachbarn war eigentlich genauso geschnitten wie unseres. Es war altmodisch eingerichtet, dennoch hatte es irgendwas Erschreckendes an sich. Ob es der alte, verweste Geruch oder die kaputten Treppen die hoch und runter führten waren, wusste ich nicht. Ich hörte von oben Schritte, der Boden knirschte. Schnell lief ich runter, hier war anscheinend der Keller. Ich öffnete eine Tür,  in diesem Raum war es ebenfalls stockdunkel. Verzweifelt und mit zitternden Fingern suchte ich nach einem Lichtschalter, den ich dann auch fand. Das Licht ging an und flackerte, es hatte anscheinend ein Wackelkontakt. Ich schaute mich um. Der Keller war nicht groß, allerdings war hier genügend Platz um alles zu verstauen was man hatte. Ich lief ein bisschen geradeaus. Vor mir war ein Weißer, mit Blut verschmierter dreckiger Tisch. Es lagen OP-Instrumente drauf. Skalpelle, Messer, große Scheren, Klingen und eine glänzende polierte Pistole. Ich hielt den Atem an, ich hörte ein Wimmern, doch ich konnte niemanden sehen. Ich lief weiter, vor mir stand ein zerkratzter schwarzer Schrank. Ich öffnete den Schrank und mir fielen Haaren entgegen. Haare in allen Farben, schwarze lange glatte Haare, Rote Locken und blonde Haare. Ein Regal drüber, ich griff rein und zog ein Pass raus. 55 Pässe, das war die Zahl die ich schätze dort oben zu sehn. Ich hatte diese blonden Haare in der Hand und versuchte mich krampfhaft daran zu erinnern wo ich diese Haare schon gesehen hatte. Sie hatte eine rote Strähne, nun fiel es mir ein. Es waren die Haare der Frau die ich am ersten Tag beobachtet hatte. Die Frau, die doch ihr Auto weggefahren hat. Wie können die Haare hier dann liegen? Ich wusste es. Ich hab doch gewusst das was komisch an ihr war, als sie das Haus von diesem gestörten Nachbar verlassen hatte. Sie war breiter gelaufen, die Klamotten lagen auf einmal sehr eng an ihrem Körper und sie verdeckte ihr Gesicht. Der Nachbar hatte sie umgebracht, ihre Haare vom Kopf abgetrennt und ihre Klamotten angezogen um ihr Auto wegzufahren. Es schien nun alles ganz einfach, er hatte das nicht nur mit ihr gemacht, sondern mit all diesen anderen Frauen auch. Er war krank und ich wusste das ich so schnell wie möglich hier raus musste, doch wo war Nick? Plötzlich hörte ich Schritte die sich näherten. Schnell schaute ich mich nach meinem Baseballschläger um, doch wie ich feststellte, hatte ich ihn in der Garage liegen gelassen als ich gegen den Plastiksack gestoßen bin. Das Licht ging aus. Mein Herz blieb stehen. Auf einmal packte mich jemand an der Schulter und schmiss mich zu Boden. Das Licht ging wieder an, es hatte wirklich ein Wackelkontakt.  Ich hörte wieder dieses Wimmern. Ich wurde auf den Boden gedrückt und spürte Blut an meinem Arm runterlaufen. Ich öffnete Panisch die Augen und sah den Nachbar vor mir. Ich versuchte mich zusammenzureißen und trat ihn heftig weg. Ich muss mich wehren, egal wie oder mit was, sonst komme ich hier nicht mehr raus. Er stand wieder auf, er war aggressiv, ich wusste dass er uns alle töten würde, weil wir sein Geheimnis kannten. Schnell schaute ich mich nach etwas um und fand ein Messer auf dem Boden. Es war das von Nick. Er hatte es hier fallengelassen. Nick musste hier irgendwo sein, vielleicht war er noch am Leben. Hoffnung und Wut überkamen mich und ich stürzte mit dem Messer von Nick auf ihn. Er versuchte mich wieder auf den Boden zu schmeißen, doch er war schwächer. Ich war der stärkere von uns beiden. Mein Arm schmerze, es fühlte sich an als würde die Wunde mit jeder Bewegung die ich machte mehr aufreißen. Nun holte ich aus und schubste ihn. Wieder dieses Wimmern. „NICK WO BIST DU“ schrie ich. „IHR SEID GLEICH ALLE BEIDE TOT“ schrie der Nachbar mich an. Ich riss mein Arm los,  und stach mit voller Wucht das Messer in sein Bauch. Ich zog das Messer von dort aus runter, es strömte Blut aus seinem Körper und er fiel um. Seine Hand zuckte, danach war er regungsloß. Er war tot. Die Gefahr ist jetzt vorbei dachte ich. Ich zitterte, mein ganzer Körper zitterte und ich war voller Blut und mein Magen drehte sich. Aufeinmal hörte ich geschrei. Jemand rief mein Namen, ich wollte antworten, doch ich konnte nicht. Mein Hals war wie zugeschnürt, meine Stimme wie verschwunden. Die Tür wurde aufgetreten und ich sah wie Victoria, Ärzte und die Polizei reingestürmten. Victoria weinte, sie fiel mir um den Hals und drückte mich fest an sich. Ich nahm nichts mehr wahr. Ich sah wie die Polizisten alles sicherten, die Schränke öffneten, alle Pässe in eine Plastiktüte steckten und wie die Ärzte den Nachbarn raustrugen. Mir wickelten sie erst mal ein dicken Verband um mein Arm, schmerzen spürte ich nicht mehr. Mein Kopf meldete sich wieder. „Nick, wo ist Nick?“ ich stand auf. Irgendwo musste er doch sein, ich hatte dieses Wimmern gehört, doch von wo kam es? Ich stand auf und lief an die Tür wo ich das erste Mal dieses Wimmern gehört hatte.  Meine Knie fühlten sich wie Wackelpudding an, ich hatte das Gefühl gleich umzufallen, doch ich fiel nicht um. Ich spürte das Victoria meine Hand festhielt, sie war bei mir. Ich schaute hinter die Tür wo ich bloß ein kleines Regal mit der Unterwäsche und all den Klamotten der Frauen fand.. Doch hinter dem Regal schien noch etwas zu sein. Victoria ließ meine Hand los und ich zog das Regal weg. Nick. Wir sahen Nick, er lebte noch. Gefesselt und mit einer Wunde am Kopf saß er auf dem Boden. Sein Mund war zugeklebt, sein weißes Sweatshirt am Arm voller Blut. Er hatte ebenfalls mehrere Wunden, der Nachbar musste schon angefangen haben ihm schmerzen zuzufügen. Vielleicht hätte ich das Messer fester reinstechen sollen dachte ich. Ich verspürte unglaublich viel Hass, alles was ich jetzt noch wollte, war so schnell wie möglich hier wegzukommen. Dann wurde Nick rausgeholt. Wir wurden aus dem Haus gebracht und ins Krankenhaus gefahren. Dort wurden wir verarztet und etwas aufgeputscht. Unsere Eltern waren bei uns, die Polizei nahm alles auf und der Nachbar war tot. Zum Glück war er tot. Nick kam mit einer leichten Gehirnerschütterung und ein paar Schürfwunden davon. Ich hatte eine Wunde am Arm die mit sechs Stichen genäht werden musste. Zuhause wartete dann Victoria mit einer Überraschungsparty auf uns. Abends als wir dann schliesslich zu dritt in meinem Zimmer waren, schworen wir uns wir wurden nie wieder jemanden beobachten. 

(D./ S./ J.)

Auf der Basis von “ Das Fenster zum Hof “ von Alfred Hitchcock